Direkt zum Hauptbereich

Zwei Jungs 7 Tage und 10 Jahre

Am Dienstag bekam ich Besuch. Mama, Papa und ein kleiner, neu geborener Junge. Die Eltern baten um Informationen zum Babyshooting und anschließend um einen Termin. Da am nächsten Tag, am Mittwoch, ein Newbornshooting verlegt werden musste, war also dieser Termin frei. Das passte prima, da der große Bruder natürlich mit aufs Foto wollte, es waren ja noch Osterferien … Manchmal hat man eben einfach Glück und es klappt sehr kurzfristig, mit einem passenden Termin. So freute ich mich bereits im Voraus, auf einen zuckersüßen kleinen Jungen und das Kennenlernen des Großen.

Ganz pünktlich, zum vereinbarten Termin kamen die Drei, plus großer Bruder ins Studio und waren gespannt auf ihren Fototermin. Mir wurde bereits im Vorfeld berichtet, was ich für einen tollen, großen Bruder erwarten darf, aber der junge Mann hat alle Erwartungen weit übertroffen.4

Brüder, 7 Tage und 10 Jahre - Foto Jana Bath 2017

Mir begegnete ein sehr höflicher und ruhiger 10-Jähriger, mit dem ich nette Gespräche führen konnte und der bereitwillig und vor allem sehr herzlich seinen klitzekleinen Bruder im Arm hielt oder sich an ihn kuschelte. Ich war so gerührt von dieser Geschwisterliebe, dass ich (so glaube ich) unzählige Male erwähnt habe, wie stolz die Eltern auf diese zwei Prachtkerle sein dürfen! Und das sind sie auch! Ich konnte es sehen und fühlen … Die jungen Eltern begeisterten mich durch ihre ruhige und gelassene Art, im Umgang mit beiden Kindern. Sie hatten keinerlei Scheu und Bedenken, dem großen Bruder den kleinen in den Arm zu legen, in einer Position, in der ich sonst vorrangig die Eltern und das Baby fotografiere. Ich möchte das an dieser Stelle nochmals erwähnen: Ihr seit ein super Team! Bleibt so, ihr seit mir sehr ans Herz gewachsen! Ich möchte einen herzlichen Gruß an den Großen loswerden und mich offiziell für das 1A Mitmachen bedanken!!!

Und so ganz nebenbei möchte ich auch noch erwähnen, dass dies mein kürzester Newborntermin war! Aufgrund der Ausgeglichenheit beider Kinder, lief alles wie am Schnürchen und die Bildausbeute ist genial!

Danke…Danke…Dankeschön! Ihr dürft Euch über eine Überraschung beim USB-Stick abholen freuen … herzlichst Jana

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sichtbares Nichts - Gedanken zur Haikufotografie

Wir verlieren Zeit, Dinge, Freunde. Wir erleben Schmerzen durch seelische oder körperliche Wunden, wir leben oder erleben unsere Zeit, je nach Gemütslage. Begegnungen wiederholen sich wie Jahreszeiten, Wunden heilen oft, manchmal auch nicht. Wir erinnern uns an all dies und vergessen, was wir vergessen wollen. Was bleibt? In der Natur wird es deutlich, welchen Platz wir im Großen und Ganzen einnehmen. Einen winzig kleinen, ein µ (My), eigentlich gar keinen. Schau auf eine Wiese. Du schaust unbedeutend hinab und nimmst kaum wahr, was darin passiert. Sie verwandelt sich im Wechsel der Jahreszeiten irgendwann in ein unbedeutendes Nichts um in nächster Generation den Zyklus neu zu beginnen. Alles was war, bleibt nicht dort, nicht einmal ein Fußabdruck oder die Wunden eines Rasenmähers. Die herrlichen Frühlings-und Sommertage schwinden, auch aus unserer Erinnerung und wir vergessen die Unbedeutsamkeit der wenigen Zeit auf der Wiese. Und nicht nur wir vergessen, die Natur vergisst uns ...

Das Streben nach Perfektion

... hat mich nicht nur in meinem Beruf oftmals an die Grenzen geführt. So manches Mal habe ich gezweifelt, gerade als es vor 15 Jahren darum ging, sich selbständig zu machen. Das ständige Streben nach dem perfekten Bildergebnis, dass es so noch nie gab und alles andere übertrifft. Das ist natürlich fotografisch völliger Blödsinn, irgendwer hat irgendwo schon einmal genau dieses Foto so oder etwas anders umgesetzt. Sicher anders, vielleicht besser, vielleicht kreativer - also wieder Grund zum Zweifeln und dem Hinterherjagen nach dem Motiv Null, was dann auch wieder 1.0 oder 6.0 wird. Ich habe Perfektion gefunden, da wo ich sie am wenigsten vermutet habe. In der Natur und einer meditativen Art diese fotografisch zu betrachten. Sozusagen eine fotografische Meditation. Ich suche Motive in meiner Freizeit nur noch sehr selten. Meistens finden sie mich. Das Zauberwort heißt Haikufotografie. Dabei gebe ich dem Betrachter keine Bildaussage vor sondern lasse dem 'Leser' meines Bilde...

Haiku-Fotografie. Der Zauber der Leichtigkeit

Die Perfektion die mir inne wohnt, ist wertvoll, hilfreich und bedeutend - für meine Arbeit als Porträtfotografin und Fotocoach. Doch hat Perfektion auch ihre Tücken. Sie treibt dich umher, lässt das Bauchgefühl oftmals im Tiefschlaf und arbeitet kopforientiert. Ich sehne mich nach einfühlsamer Leichtigkeit und unkompliziertem Sehen. Das habe ich vor Jahren in der Haiku-Fotografie entdeckt und gebe diese fotografische Lebensphilosophie gerne weiter. Gerade neulich berichtete mir eine Fotokursteilnehmerin, drei Monate nach Beendigung des Ganztageskurses, wie heilsam sie die Vermittlung der meditativen Fotografie empfindet. Sie war an einem Burn Out erkrankt und konnte viele Monate ihre Kamera nicht zur Hand nehmen, die ihr Mann ihr liebevoll zum Weihnachtsfest schenkte. Der Haiku-Fotokurs brachte die entscheidende Wendung. 'Nie ging es mir in letzter Zeit besser ...!' schwärmte sie und mich durchfuhr eine Gänsehaut nach der anderen. Meine Serie 'Haiku-allein im Gras' ...