Direkt zum Hauptbereich

Vintage, Strandgut und anderen Tüddelkram

[Tüddelkram] -  Synonyme zu Tüddelkram:
Bagatelle, Belanglosigkeit, Kinkerlitzchen, Lappalie

Nun ja, hat nicht jeder von uns das ein oder andere Kinkerlitzchen zu Hause? NEIN! Um Himmels Willen, dann ab in den Onlineshop ...



Ich liebe das Meer, den Sand unter den Füßen, den Wind im Gesicht. Und das was das Meer wieder hergibt, was von irgendwo herkommt und als Strandgut bezeichnet wird. Das 'positive' Strandgut wartet nur darauf, von träumerischen Sammelwilden aufgelesen zu werden, allein zum Zweck des Verschwindens in einem Behältnis oder zur Weiterverarbeitung für kreative Ideen.

Ich kann nicht anders, wenn ich Holz sehe, es muss mit! Treibholz hat auf mich eine magische Wirkung. Ich nehme es in die Hand und wundere mich über die Leichtigkeit, die es im Wasser erlangt hat. Ich frage mich, wie lange es unterwegs war, welche Stürme es überstehen musste, bevor es in meine Hände wanderte. Diesen Träumereien, die mir das Holz vom Strand schenkt, erfüllen mich mit Ruhe und kurbeln meine Fantasie zu Höchstformen an.

Wenn ich den Strand vom Treibholz befreit habe, dann wird es gereinigt und über Wochen getrocknet. Dann hat es nochmals einiges an Gewicht verloren und ist nun bereit für die Weiterverarbeitung. Ganz vorsichtig mit kleinem und großem Bohrer erhält das Holz die Löcher, die für die nächsten Arbeitsschritte notwendig sind.

Holz hat Charakter, Treibholz sowieso. Die lange Zeit im Wasser hat Spuren und Narben hinterlassen. Eine zärtliche 'Begegnung' mit dem Holzbohrer nimmt es dir nicht krumm, allerdings kann es auch manchmal richtig zickig sein. Einige Treibholzstücke erinnern mich an ein bockiges Kind.

Treibholz und Vintage passen perfekt zusammen. Was ist mehr Vintage als ein altes Stückchen Holz? Aus diesem Grund belasse ich das Holz im unbehandelten Zustand, kein Lack und keine Lasur kommt auf die 'alte Haut', die so eine schöne Geschichte erzählt.

Mein Vater lehrte mich diese Liebe zum Holz. Die Tücken die es bei der Behandlung in sich trägt, habe ich in unzähligen Splittern in meiner Haut erleben dürfen und die Ausstrahlung die es hat. Die selbstgebauten Boote meines Daddys 'Jana 1 bis 3' haben uns immer zuverlässig und würdevoll über die Wellen getragen, vorausgesetzt, man hat das Holz im Winter gepflegt und für die neue Saison vorbereitet. In meinen Gedanken sehe ich ihn oft vor mir, meinen Vater mit seinen funkelnden und lachenden Augen, wie er nach einem Schleifvorgang liebevoll über das Holz strich, um zu überprüfen, ob jegliche Unebenheit ausgeglichen ist.

Respekt vor der Natur und das was sie uns schenkt, sind liebevolle Botschaften, die ich mit meinen Dekoelementen vermitteln möchte. Bunte, schrille und kitschige maritime Dekoration sucht ihr in meinem Shop vergeblich.


Beliebte Posts aus diesem Blog

Haiku-Fotografie. Der Zauber der Leichtigkeit

Die Perfektion die mir inne wohnt, ist wertvoll, hilfreich und bedeutend - für meine Arbeit als Porträtfotografin und Fotocoach. Doch hat Perfektion auch ihre Tücken. Sie treibt dich umher, lässt das Bauchgefühl oftmals im Tiefschlaf und arbeitet kopforientiert.

Ich sehne mich nach einfühlsamer Leichtigkeit und unkompliziertem Sehen. Das habe ich vor Jahren in der Haiku-Fotografie entdeckt und gebe diese fotografische Lebensphilosophie gerne weiter. Gerade neulich berichtete mir eine Fotokursteilnehmerin, drei Monate nach Beendigung des Ganztageskurses, wie heilsam sie die Vermittlung der meditativen Fotografie empfindet. Sie war an einem Burn Out erkrankt und konnte viele Monate ihre Kamera nicht zur Hand nehmen, die ihr Mann ihr liebevoll zum Weihnachtsfest schenkte. Der Haiku-Fotokurs brachte die entscheidende Wendung. 'Nie ging es mir in letzter Zeit besser ...!' schwärmte sie und mich durchfuhr eine Gänsehaut nach der anderen. Meine Serie 'Haiku-allein im Gras' ha…

Sex im Mohnfeld

Heute früh im Botanischen Garten Rostock. Ich war mit meinem Makro auf der Pirsch und hatte plötzlich die pure Sünde vor meiner Linse.

Der Hügel mit dem roten Mohn lockte im strahlenden Sonnenlicht und lud mich ein, ein bisschen näher zu kommen. Fasziniert vom dem sich im Wind wiegenden Mohn und den teilweise verschlungenen Knospen, sah ich mir einige Mohnblüten genauer an. Und was ich da zu sehen bekam, war Hingabe pur.


Im knallroten Mohn liebten sich zwei gepunktete Gesellen auf Teufel komm raus. Da hatte wohl nicht nur mich der Mohn angelockt, sondern diese zwei waren voller Hingabe im Liebestaumel und ließen sich durch nichts stören. Frei und ungezwungen, wie im Tierreich so üblich, gaben sie sich dem Liebesakt hin, dem ich mit meinem 105 mm Sigma Makro interessiert folgte. Hin und wieder machte mir der Wind einen Strich durch die Rechnung, im Nahbereich ist die Schärfe mit nur einem Windhauch Geschichte. Immer wieder justierte ich die Schärfe nach und das Marienkäferpaar in Love …

Haiku Fotografie - allein im Gras

Haiku - eine unkomplizierte Fotokunst. Du musst Kunst nicht studieren, nicht verstehen, sondern nur erleben mit allen Sinnen. So verstehe ich die Haiku - Fotografie.

Hier geht es nicht um den finalen Schuss, stundenlang inszeniert. Hier kommt die Natur zu Wort. Leise und flüsternd. In den Bildern liegt somit eine Zartheit, die den erlebten Moment beschreibt. Meine Zeit, mein Moment, mein Bild.

Ich bin dabei der Zuschauer. Ich beobachte nur. Ich greife nicht ein. Für das gezeigte Bild habe ich stundenlang im Gras, hinter dem Haus meiner Mutter gelegen. Nicht um ein spektakuläres Ergebnis zu erzielen. Ich habe nicht auf monströse Insekten gewartet und auch keine grelle Blüte gesucht. Meine Kamera lag auf dem Boden und ich habe durch mein Makro die Natur bestaunt. Nur hin und wieder habe ich den Auslöser betätigt.

Die schlichten Grashalme haben mich auf eine meditative Reise geführt. Ich fühlte mich geborgen, in einer stillen, unaufgeregten, kleinen Welt. Ich war allein mit mir, meinen T…