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Seelenstriptease - Haikufotografie

 Die Seele eines Haikubildes ist klar, echt und unverstellt. Es geht um den Moment der Wahrnehmung, die Sicht des Fotografen. So wie es auch eigentlich sein sollte... Der Fotograf sieht. Sein Bild, sein kleines Kunstwerk, seine Welt.

Es ist so weit entfernt von meiner sonstigen Arbeit als Fotografin, da erfülle ich Kundenwünsche, liebend gerne. Oftmals muss ich mich jedoch anpassen, einordnen, die Sicht des Kunden auf seine Optik verstehend, sehen. Das ist nicht immer ganz einfach. Zu fühlen wie sich der Kunde sieht, ist ein Hineinfühlen in die Psyche und kostet Kraft. Die muss ich irgendwo nachtanken. Das tue ich. 'Ich gehe Haiku.'

Wenn ich mich auf meinem fotografischen Meditationstrip befinde, dann sehe ich nichts. Ich fühle. Ich rieche und ich speichere. Momente und Erlebnisse, Tageszeiten und Temperaturen, einfach alles. Meine Kamera ist dabei meine 'Speicherschublade' - ich nutze sie, um nicht atemberaubende, mega spektakuläre Bilderserien anzufertigen, sondern meine entspannensten Lebensmomente festzuhalten. Die, die mich immer weitermachen lassen, die mir Kraft geben, aus denen ich Energie schöpfen kann.

Für mich ist das atemberaubend genug. Ich sehe die Natur anders. Kleiner, unspektakulärer und doch größer und weiter. Für mich ist der Horizont nicht das Ende, der Rasen keine simplen Halme mit mehr oder weniger Klee, sondern eine Zauberwelt, die immer neue Überraschungen bereit hält.

Ein Haiku Foto anzufertigen ist simpel. Es ist ungeplant, scharf oder unscharf, mit Bewegung oder ohne. Es schöpft nicht aus dem technischen Fuhrpark deiner Fototasche die Reinheit eines 1A  bokehlastigen Makrofotos und bettelt um Aufmerksamkeit, sondern ruht in sich, mit einer Bildaussage, die unter Umständen nur du alleine verstehst.

Die Innensicht des Fotografen - das trifft es! So wie du dich fühlst, wird dein Haiku werden. Gefühlsduselig, traurig, wärmend oder verwirrend. Der Klick auf den Auslöser, ein Atemzug und dein Haiku-Bild ist geboren. Nur dann, wenn du es zulässt. Und wirklich nur dann. Sobald du zweifelst und dein Bildergebnis optimieren möchtest, bis du nicht auf dem Haiku-Trip, sondern hechelst irgendeinem Mainstream hinterher.

Wenn du wirklich willst, dann zeige ich es dir! Und Sätze wie: ' Ist das nun schön, fotografisch sauber oder 1A?' sollten bei diesem Fotokurs nicht fallen... Denn ein Haiku kann nur von dir selbst bewertet werden, nicht von mir. Es ist dein Moment, dein Seelenfrieden und deine Wahrnehmung - nicht meine!

Ein Haikufoto bedarf keiner technischen Beurteilung, keiner Bewertung oder ähnlichem, weil du bewertest dann nicht das Bild, sondern deinen Moment. Das solltest du für dich tun, am heimischen PC, zurückgezogen im Schatten eines Baumes, der den Blick auf dein Display spiegelungsfrei gewährt oder sonstwo, wo es ruhig ist. Wenn du dein Haiku-Foto optimierst, dann tust du es für dich und insgeheim für deine Seele. Wenn das nächste Haiku fröhlicher wird, dann herzlichen Glückwunsch - das ist der Weg - zu einem guten Haiku-Foto und jeder Menge Ausgeglichenheit. 






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