Direkt zum Hauptbereich

Fotoexkursion mit Chris

"... ich habe mir eine neue Kamera gekauft.

Diese hat XY-Megapixel...
und ich habe zwei Objektive dazu ...
und x-Motivprogramme ..."

So oder ähnlich gehen die meisten Gespräche los, wenn sich jemand für Fotografie interessiert und sich eine riesen-große Kamera gekauft hat. "Whow" entfährt es mir dann immer - "Weißt Du auch wie man damit umgeht?" Die Antwort ist oftmals erschreckend wenn wie aus der Pistole geschossen kommt "Klar - die Kamera macht super Bilder, ich muss da gar nichts machen ...das macht sie [die Riesengroße] alles alleine...

Für lernwillige Fotoneulinge empfiehlt es sich, einen Grundkurs Fotografie zu buchen. Meine "Schüler" sind immer total aufgeregt, wenn ich ihnen ihre Belichtungsautomatik verbiete und sie auf das Erlernen der Grundlagen im manuellen Modus verdonnere. Damit steht und fällt das Grundkonzept eines gelungenen Bildes, denn das bewusste Einsetzen der Blende, Belichtungszeit im Zusammenspiel mit dem ISO-Wert ist notwendig, um ein Bild zu planen. Nur wenn ich weiß, wie ich gezielt mit der Blende und der Belichtungszeit spielen kann, um Schärfe oder Unschärfe zu erzeugen, kann ich ein Bild gestalten. Ohne Kenntnis darüber, kann ich zwar Schnappschüsse per Belichtungsautomatik erzeugen, aber niemals ein kleines Kunstwerk.

Natürlich wird bei diesen Kursen auch über den Bildaufbau und Mittel zur gezielten Bildkomposition gesprochen. Ich arbeite am direkten Beispiel, d.h. ich gebe ein Motiv vor und lasse den Fotoschüler das Bild nachstellen. Am Monitor wird es dann besprochen und im Bedarfsfall wird die Aufnahme wiederholt. Die endgültige Bildbesprechung erfolgt via Internet. Der Teilnehmer übersendet mir eine Auswahl seiner schönsten Bilder, welche ich dann 'bewerte' und konstruktive Kritik anbringe.

Fotokurse sind in einer kleinen Gruppe immer etwas preiswerter, wer allerdings auf einem 'VIP-Kurs' besteht (Single-Coaching) der muss etwas tiefer in die Tasche greifen... Nächster Kurs (max. 5 Teilnehmer) ist in Planung und wird voraussichtlich am Sonntag, 22.09.2013 um 10 Uhr stattfinden. Anmeldungen bitte telefonisch oder per E-Mail (0174-3055775 oder info@foto-bath.de. Kosten 80,- Euro/p.P.. Der Umgang mit der Kamera sollte geläufig sein.

Mit Chris (Single-Coaching) war ich im Rostocker Fischereihafen verabredet. Ein warmer Spätnachmittag, ohne direktes Sonnenlicht. Eine perfekte Ausgangssituation für unsere Übungen.

Aufgabenstellung: Poller fotografieren, Vorgabe des ISO-Wert, Belichtungszeit, sowie Blende
Schärfe soll auf Seil & Poller liegen
Umsetzung: Schärfe nicht vorhanden
Parameter:  ISO 200, Blende 11, Belichtungszeit 1/200s


Was sich zuerst noch panisch anhörte, wurde in 0Komma Nix zur fröhlichen Aufgabe - JUHU meine Kamera macht was ICH will und nicht mehr das was sie einstellt... Eine wahrlich schöne Erkenntnis, denn nichts ist furchteinflössender, als ein großer, schwarzer Apparat, der ein gewisses Eigenleben entwickelt und der Bediener/Fotograf weiß nicht einmal WARUM!!

Aufgabenstellung: Bildgestaltung durch Dynamik & Tiefe,
erzeuge Tiefe im Bild durch Abbildung des Pollers mit Sichtbarkeit der Festmacherleine am Schiff
Umsetzung: gute Schärfe, Dynamik vorhanden, allerdings Schräglage nicht erwünscht
Parameter: ISO 200, Blende 11, Belichtungszeit 1/200s

Aufgabenstellung:  Bildgestaltung durch Einbringen von Unschärfe im Hintergrund, vorgegebener Iso-Wert
Umsetzung: sehr gute Schärfe, Hintergrund etwas zu detailgetreu durch kleine Blendenöffnung, aber super Bildergebnis
Parameter: Coach Jana ISO 200, Blende 10, Belichtugszeit 1/200s
Teilnehmer Chris: ISO 200, Blende 16, Belichtungszeit 1/125s

Aufgabenstellung: fotografiere die Miniaturpusteblumen an den Schienen, mit Abbildung der Schienen, wähle selbst ISO, Blende und Belichtungszeit
Umsetzung: Haltungsnote sehr gut****,  Aufnahmeposition gut gewählt, Belichtungszeit & Blende o.K., Bildaufbau, sowie Schärfe leider noch nicht so gut gelungen ...
Parameter: Teilnehmer Chris: ISO 200, Blende 11, Belichtungszeit 1/200s


Aufgabenstellung:  sommerliches Brachland fotografieren, mit viel Summer-Feeling und Emotions ...
Umsetzung: das sommerliche Flair dieses heißen Nachmittags ist fühlbar, Bildaufbau gefällt mir gut, man beachte bitte im rechten, vorderen Teil des Bildes - die Schnecke auf den unreifen Brombeeren!!
Parameter: Teilnehmer Chris ISO 200, Blende 9, Belichtungszeit 1/200s

Chris im Summer-Feeling










Beliebte Posts aus diesem Blog

Haiku - Entschleunigte Naturfotografie

Die therapeutische Wirkung meiner Fotografie: Ich habe nicht mehr das Gefühl, ständig etwas zu verpassen und den Klick auf den Auslöser als spektakulären 'Schuss' wahrzunehmen. Ich entspanne mich dabei, wenn ich die Natur das Präsentieren überlasse und mich als Beobachter komplett in den Hintergrund stelle. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, den Moment zu genießen und erlebe die Zeit als Ruhepol. Ich erschrecke mich oft über die Hektik drumherum, die verwirten Blicke oder das Unverständnis anderer. Es interessiert mich schon lange nicht mehr, was andere denken, wenn ich auf dem Rasen liege, statt die letzte Blüte des Rhododendrons abzulichten. Was ich da unten im Rasen fotografiere? Für viele eine kleine, unscheinbare Welt, unbeachtet, breitgetreten und alles andere als schön- für mich ein kleines, aufregendes Paradies! Mein Insta Account füllt sich mehr und mehr mit ruhigen Naturmotiven, während andere auf spektakuläre Landschaften zählen oder Bilder von sich sel...

Das Streben nach Perfektion

... hat mich nicht nur in meinem Beruf oftmals an die Grenzen geführt. So manches Mal habe ich gezweifelt, gerade als es vor 15 Jahren darum ging, sich selbständig zu machen. Das ständige Streben nach dem perfekten Bildergebnis, dass es so noch nie gab und alles andere übertrifft. Das ist natürlich fotografisch völliger Blödsinn, irgendwer hat irgendwo schon einmal genau dieses Foto so oder etwas anders umgesetzt. Sicher anders, vielleicht besser, vielleicht kreativer - also wieder Grund zum Zweifeln und dem Hinterherjagen nach dem Motiv Null, was dann auch wieder 1.0 oder 6.0 wird. Ich habe Perfektion gefunden, da wo ich sie am wenigsten vermutet habe. In der Natur und einer meditativen Art diese fotografisch zu betrachten. Sozusagen eine fotografische Meditation. Ich suche Motive in meiner Freizeit nur noch sehr selten. Meistens finden sie mich. Das Zauberwort heißt Haikufotografie. Dabei gebe ich dem Betrachter keine Bildaussage vor sondern lasse dem 'Leser' meines Bilde...

Perfektionismus ade - Haiku

Hier geht es nicht ums perfekte Foto, es geht um den Moment! Haikufotografie. Je intensiver ich mich mit dem Thema auseinandersetze, umso bewusster (er)lebe ich es. Es ist der Weg, den ich als Fotografin unbewusst immer gesucht habe, es scheint als hätte ich ihn gefunden! Einfach loszugehen, die Kamera dabei, ohne jegliche Vorstellung, was ich eigentlich fotografieren möchte. Für mich ist es Meditation, still, ohne Hektik und Zwang, auf einen Moment zu warten. meinen Moment! Wie jedoch dieser sich darbietet, enthüllt sich meistens erst nach Sichtung der Bilder. Ich staune über das Erlebte, den kleinen, unspektakulären Moment und fühle diesen beim Betrachten der Bilder erneut. Immer und immer wieder. Ein Haikufoto transportiert Gefühle, das Erlebte, mein Herz. Doch Empfangen kann es nur der, der empfänglich ist. Für alle Anderen wird dies immer ein unspektakuläres, manchmal sogar unscharfes Foto bleiben, ohne jegliche Präsenz. Ein Haiku muss ich nicht suchen, es offenbart sich in...