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Sichtbares Nichts - Gedanken zur Haikufotografie

Wir verlieren Zeit, Dinge, Freunde. Wir erleben Schmerzen durch seelische oder körperliche Wunden, wir leben oder erleben unsere Zeit, je nach Gemütslage. Begegnungen wiederholen sich wie Jahreszeiten, Wunden heilen oft, manchmal auch nicht. Wir erinnern uns an all dies und vergessen, was wir vergessen wollen. Was bleibt?

In der Natur wird es deutlich, welchen Platz wir im Großen und Ganzen einnehmen. Einen winzig kleinen, ein µ (My), eigentlich gar keinen.

Schau auf eine Wiese. Du schaust unbedeutend hinab und nimmst kaum wahr, was darin passiert. Sie verwandelt sich im Wechsel der Jahreszeiten irgendwann in ein unbedeutendes Nichts um in nächster Generation den Zyklus neu zu beginnen. Alles was war, bleibt nicht dort, nicht einmal ein Fußabdruck oder die Wunden eines Rasenmähers.

Die herrlichen Frühlings-und Sommertage schwinden, auch aus unserer Erinnerung und wir vergessen die Unbedeutsamkeit der wenigen Zeit auf der Wiese. Und nicht nur wir vergessen, die Natur vergisst uns auch.

Wir sind wie ein Gänsenblümchen. Zart und zerbrechlich, mal alleine oder in Gesellschaft durchlaufen wir den natürlichen Lebenszyklus. Wie in einem Zeitraffer lebt uns die Natur vor, was kommen wird und macht uns klar wie unbedeutend und klein wir sind.

Deshalb: Schau genauer hin ... Was oder wer liegt dir zu Füßen und wie viel Beachtung verschenkst du?

Blühende Schönheiten in der Mitte ihres Lebens - Haikufotografie Jana Bath 2019

Die Zeit neigt sich dem Ende - Haikufotografie Jana Bath 2019

Alles hat seine Zeit - Haikufotografie Jana Bath 2019

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Haiku - Entschleunigte Naturfotografie

Die therapeutische Wirkung meiner Fotografie: Ich habe nicht mehr das Gefühl, ständig etwas zu verpassen und den Klick auf den Auslöser als spektakulären 'Schuss' wahrzunehmen.

Ich entspanne mich dabei, wenn ich die Natur das Präsentieren überlasse und mich als Beobachter komplett in den Hintergrund stelle. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, den Moment zu genießen und erlebe die Zeit als Ruhepol.

Ich erschrecke mich oft über die Hektik drumherum, die verwirten Blicke oder das Unverständnis anderer. Es interessiert mich schon lange nicht mehr, was andere denken, wenn ich auf dem Rasen liege, statt die letzte Blüte des Rhododendrons abzulichten. Was ich da unten im Rasen fotografiere? Für viele eine kleine, unscheinbare Welt, unbeachtet, breitgetreten und alles andere als schön- für mich ein kleines, aufregendes Paradies!

Mein Insta Account füllt sich mehr und mehr mit ruhigen Naturmotiven, während andere auf spektakuläre Landschaften zählen oder Bilder von sich selbst. …

Mädchen im Garten

… in Omis Garten um es ganz genau zu beschreiben. Dieser Fototermin gehört mit zu meinen Highlights in diesem Jahr! Und warum das so ist, erzähle ich euch gerne …

Der Auftrag: Zwei Kinder (6 Jahre und 6 Monate) mit Mama & Oma im Garten zu fotografieren. Ich erinnere mich noch genau an das Telefonat: ‚Meine Mama hat sooooo einen schönen Garten!‘ schwärmte die Tochter …  ‚Der Termin muss unbedingt draußen stattfinden … im Garten meiner Mutter!‘

Leider regnete es an diesem Tag. Unaufhörlich… Es hörte nicht für ein Sekündchen auf zu regnen … Nun ja, der Termin steht, ich hatte ja reichlich verregnete Hochzeiten in diesem Jahr, bin also Regen erprobt, ab ins Auto und los….

So kam ich bei der Familie am frühen Nachmittag an. Was mich allerdings dort erwartete, hat meine Vorstellungen von einem schönen Garten um Längen übertroffen! Ich wurde vorne durch die Eingangstür herein gelassen und hinten wieder heraus, doch wo ich mich wieder fand, das hatte soetwas von Alice im Wunderland —- nee…

"JA" - sogar sehr gerne!

So habe ich das Jawort auch noch nicht gehört! Fast immer höre ich "Ja ich will!", doch diese Variation hat mir besonders gut gefallen ...

"Ja sogar sehr gerne!" - sollte sich viel mehr Brautpaare sagen, laut und deutlich und das dazugehörige Feeling vermitteln. So wird nicht nur die gesamte Hochzeit noch emotionaler, sondern auf eine Art ganz persönlich. In diesem Satz steckt so viel mehr als nur "Ja ich will".

Aus diesem einen Satz spricht die Erfahrung des bisher gemeinsamen Lebensweges und die Akzeptanz der Stärken und Schwächen des Anderen dahinter. Es ist Liebe, wenn man dies so kundtun kann, dass man nicht nur "will" sondern dies sogar auch noch gerne!

Ihr Lieben, ich war gerne dabei - als euer Hochzeitsgeschenk und ich wünsche euch alles erdenklich Gute für eine gemeinsame Zukunft!

Herzlichst Jana


P.S. Es gab ein Shooting im Springbrunnen im Rosengarten! Ja richtig gelesen. Darin! Es war herrlich ...