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Die Natur fühlen

Wer aufmerksamer Leser meines Blogs ist, der weiß, dass ich mich schone eine ganze Weile fotografisch mit dem Thema Haiku beschäftige.

Bevor ich das tat, wusste ich nicht, dass diese besondere Art, Fotos zu machen, bereits einen Namen trägt. Was ich jedoch wusste, diese Zeit in der Natur, meistens auf einer Wiese, geben mir ganz viel. Ich kann Zeit und Raum völlig vergessen und beobachte nur durch die Kamera. Nur manchmal durchbreche ich die Stille, mit einem sanften Klick auf den Auslöser.

Wer 'Haiku' googelt erfährt, dass es ein Haiku ein kleines, dreizeiliges japanisches Gedicht ist, welches aus 5 - 7 - 5 Silben besteht. Es beschreibt in lyrischer Kurzfassung ein erlebten Naturmoment, die melancholische Wiedergabe eines persönlichen Glücksmoments in einer beeindruckenden Einfachheit.

Ich könnte mich darin verlieren, meinen Moment festzuhalten, in die Natur hineinzuschauen und nicht nur oberflächlich darauf. Im Gras zu liegen, durch das Makro-Objektiv die faszinierende Welt ganz still zu beobachten, ja fast dem Gras beim Wachsen zuzuschauen. Ein Haiku-Foto ist Zurückhaltung pur, ohne Schnickschnack und ohne ein Arrangement.

Das Arrangieren übernimmt die Natur selbst, du bist Beobachter und hältst deinen Moment fest, der dem Betrachter des Bildes einen Raum zu eigenen Gedanken öffnet. Meine Haiku-Momente sind oftmals voller Tautropfen, die funkelnd über Grashalmen oder Klee thronen.

Hierbei zählt nicht das manchmal große Ego eines Fotografen, der den schönsten, spektakulärsten und einzigartigsten Moment kredenzen will. Hier zählt der Moment, in dem eine unglaubliche Aussagekraft liegt. Der Fotograf nimmt sich zurück und erzählt eine Geschichte von Leben und Vergänglichkeit und das alles im Leben Spuren hinterlässt und eine wunderschöne Patina. Er lässt Raum und füllt das Foto nicht mit seiner Bildaussage, sondern lässt die Natur erzählen.

Roman Ende. Entspannung beginnt ---

Gras - Haiku-Fotografie Jana Bath 2019

Kleeblatt - Haiku-Fotografie Jana Bath 2019

Gras 2.0 - Haiku-Fotografie Jana Bath 2019

Eine Blüte mit Tautropfen - Haiku-Fotografie Jana Bath 2019
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Haiku - Entschleunigte Naturfotografie

Die therapeutische Wirkung meiner Fotografie: Ich habe nicht mehr das Gefühl, ständig etwas zu verpassen und den Klick auf den Auslöser als spektakulären 'Schuss' wahrzunehmen.

Ich entspanne mich dabei, wenn ich die Natur das Präsentieren überlasse und mich als Beobachter komplett in den Hintergrund stelle. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, den Moment zu genießen und erlebe die Zeit als Ruhepol.

Ich erschrecke mich oft über die Hektik drumherum, die verwirten Blicke oder das Unverständnis anderer. Es interessiert mich schon lange nicht mehr, was andere denken, wenn ich auf dem Rasen liege, statt die letzte Blüte des Rhododendrons abzulichten. Was ich da unten im Rasen fotografiere? Für viele eine kleine, unscheinbare Welt, unbeachtet, breitgetreten und alles andere als schön- für mich ein kleines, aufregendes Paradies!

Mein Insta Account füllt sich mehr und mehr mit ruhigen Naturmotiven, während andere auf spektakuläre Landschaften zählen oder Bilder von sich selbst. …

Mädchen im Garten

… in Omis Garten um es ganz genau zu beschreiben. Dieser Fototermin gehört mit zu meinen Highlights in diesem Jahr! Und warum das so ist, erzähle ich euch gerne …

Der Auftrag: Zwei Kinder (6 Jahre und 6 Monate) mit Mama & Oma im Garten zu fotografieren. Ich erinnere mich noch genau an das Telefonat: ‚Meine Mama hat sooooo einen schönen Garten!‘ schwärmte die Tochter …  ‚Der Termin muss unbedingt draußen stattfinden … im Garten meiner Mutter!‘

Leider regnete es an diesem Tag. Unaufhörlich… Es hörte nicht für ein Sekündchen auf zu regnen … Nun ja, der Termin steht, ich hatte ja reichlich verregnete Hochzeiten in diesem Jahr, bin also Regen erprobt, ab ins Auto und los….

So kam ich bei der Familie am frühen Nachmittag an. Was mich allerdings dort erwartete, hat meine Vorstellungen von einem schönen Garten um Längen übertroffen! Ich wurde vorne durch die Eingangstür herein gelassen und hinten wieder heraus, doch wo ich mich wieder fand, das hatte soetwas von Alice im Wunderland —- nee…

"JA" - sogar sehr gerne!

So habe ich das Jawort auch noch nicht gehört! Fast immer höre ich "Ja ich will!", doch diese Variation hat mir besonders gut gefallen ...

"Ja sogar sehr gerne!" - sollte sich viel mehr Brautpaare sagen, laut und deutlich und das dazugehörige Feeling vermitteln. So wird nicht nur die gesamte Hochzeit noch emotionaler, sondern auf eine Art ganz persönlich. In diesem Satz steckt so viel mehr als nur "Ja ich will".

Aus diesem einen Satz spricht die Erfahrung des bisher gemeinsamen Lebensweges und die Akzeptanz der Stärken und Schwächen des Anderen dahinter. Es ist Liebe, wenn man dies so kundtun kann, dass man nicht nur "will" sondern dies sogar auch noch gerne!

Ihr Lieben, ich war gerne dabei - als euer Hochzeitsgeschenk und ich wünsche euch alles erdenklich Gute für eine gemeinsame Zukunft!

Herzlichst Jana


P.S. Es gab ein Shooting im Springbrunnen im Rosengarten! Ja richtig gelesen. Darin! Es war herrlich ...