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Muskelkater nach Hummelbeobachtung

Herrje. Den Spaß vom gestrigen Mittwoch spüre ich heute deutlich in meinem rechten Oberarm. Ich habe tatsächlich Muskelkater von meiner Hummelbeobachtung bekommen. Aber die muskulöse Anspannung hat sich gelohnt, denn ich habe einige, interessante Aufnahmen machen können.

Der Botanische Garten lockte mich gestern erneut zu einem Ausflug. Erklärtes Ziel: Der Mohnhügel gleich am Eingang. Ich wollte mir Zeit nehmen und Hummeln im Anflug der Mohnblüten fotografieren.

Sigma Makro 105 mm, Kameradaten: ISO 2500, f 9, 1/ 1250 s


Dieses Vorhaben ist mit einem Makroobjektiv nicht ganz so einfach, wie es zunächst den Anschein hat. Denn: Die Schärfentiefe nimmt mit zunehmendem Abbildungsmaßstab enorm ab. Hat man ein kleines Teilstück des zu fotografierenden Motivs scharf abgebildet, verschwindet der Rest in der Unschärfe. Wenn sich dazu das 'Model' noch hin und her bewegt, steht man mit Kamera im Anschlag manchmal stundenlang (in meinem Fall waren es 2,5 Stunden) um ein halbwegs scharfes Foto zu ergattern.

Jetzt könnte der ein oder andere meinen, dass man doch einfach weiter abblenden müsste, um eine akzeptable Schärfe zu erreichen, doch weit gefehlt. Im Bereich der Makrofotografie haben wir es hier schnell mit Beugungsunschärfe zu tun, je weiter die Blende geschlossen wird. Wer sich im Detail für dieses Phänomen interessiert, für den habe ich einen spannenden und reich bebilderten Artikel herausgesucht. Klick bitte hier.
Das Resultat von zu starker Abblendung im Makrobereich ist also kein knackig-scharfes Foto, sondern eher ein matschiges.
In der Fotografie spricht man von einer 'kritischen' und einer 'förderlichen' Blende. Wenn man also über die förderliche Blende hinaus abblendet, kommt es zu der bereits genannten Beugungsunschärfe.

Doch wie macht sich dieser Effekt bemerkbar? Unter Beugung versteht man dabei die Ablenkung des Lichts am Rand der Blende. Einzelne Lichtwellen werden überlagert und dies führt zu Störungen, die sich dann negativ auf Schärfe und Schärfentiefe auswirkt. Die förderliche Blende lässt sich berechnen, da mir dies zu technisch ist, bin ich eher praktisch veranlagt und probiere es aus.

Nun haben wir also eine Hummel, die nicht stillsitzen mag, die Problematik mit der Schärfe und sich ständig veränderndes Licht. Da ich ausschließlich im M-Modus (manueller Modus) arbeite, war ich gezwungen, in kürzester Zeit die Einstellungen von ISO, Blende und Belichtungszeit anzupassen. Um so stolzer bin ich auf das Ergebnis. Die voll beladene Hummel ist gut im Anflug auf die Mohnblüte erkennbar, ich frage mich nur, wo sie zusätzliche Last noch 'abspeichern' möchte...

Und die Frage die sich mir aufdrängt, mit welcher Geschwindigkeit in Bruchteilen von Sekunden gemessen, bewegen sich die zarten Flügelchen der übergewichtigen Fluggesellen?

Hier könnt ihr euren Makro-Fotokurs buchen. Wunschtermine verfügbar. Bitte erst buchen, dann telefonisch oder per E-Mail den Termin vereinbaren.

Sigma Makro 105 mm, Kameradaten: ISO 2500, f 9, 1/ 1250 s

Sigma Makro 105 mm, Kameradaten: ISO 2500, f 9, 1/ 1250 s
Sigma Makro 105 mm, Kameradaten: ISO 2500, f 9, 1/ 1250 s

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