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Mit dem Lensbaby Sweet 50 unterwegs. Falsch abgebogen?

Beim fotografieren in der Natur macht sich eine unglaubliche Stille breit. Ich bin in der Natur ganz bei mir und nehme kaum etwas um mich herum wahr. Doch ich stecke in meinen Bildern. Immer.

So hat jedes Foto eine Bedeutung, macht Sinn oder offeriert dem Betrachter eine tiefere Bildaussage. Die ist nicht immer gleich. Ich packe zwar meine Seele in die Bilder, der Transport der Bildaussage geht allerdings unterschiedliche Wege. Einer schaut drauf, einer dahinter und einige Sensibelchen sogar hinein. Was für den einen einfach nur ein schwarz-weißer Weg ist, ist für den anderen ein Bildwerk zum nachempfinden und hineinfühlen.



Doch wie entsteht so ein Bild? Kommen die Ideen beim fotografieren? Interpretierst du deine Bilder nachträglich? Die ersten beiden Fragen sind noch recht einfach zu beantworten. Die dritte ist etwas komplizierter.

Wie entsteht ein Bild? Ich gehe mit einer Grundstimmung aus dem Haus. Die Kamera gut verpackt, auf dem Rücken spaziere ich an den Ort meiner Wahl und packe die Kamera aus. Wenn ich diese in den Händen halte, dann finden mich Motive, die zur derzeitigen Stimmung passen. Ich mache mir über etwas Gedanken, das Wetter ist etwas grau und trübe, ich bin inspiriert von einer fotografischen Melancholie und Einsamkeit. Das Klicken der Kamera berauscht mich und ich muss ein Motiv nicht inszenieren. Gerade dieses schafft das entspannte Gefühl, da ich im Studio anders agieren muss. Ich bin frei! Frei von Zwängen, eng gesteckten Normen und weit weg vom Studioblitzlicht.

Kommen die Ideen beim fotografieren? Ja! Ein Motiv hat mich entdeckt oder umgekehrt und ich betrachte es von allen Seiten. Minutenlang und tiefen entspannt verharre ich davor und betrachte das natürliche Kunstwerk. Ein Blatt, ein Baumstamm oder einen Weg.

Interpretiere ich die Fotos nachträglich? Jein. Die Interpretation des Motives erfolgt bereits während der Aufnahme. Doch insbesondere bei der Haiku-Fotografie kommen einige 'Geheimnisse' erst nach der RAW-Entwicklung ans Licht. Ein Haiku-Bild entspannt sich manchmal erst im Nachhinein.

Die fotografische Auseinandersetzung von 'Falsch abgebogen' hat bereits während der Aufnahme stattgefunden. Ich stand vor den verträumt und zart gewundenen Wegen des Botanischen Gartens und habe mich mit der Kamera in der Hand gefragt, ob ich in meinem Leben irgendwann einmal falsch abgebogen bin. Ich habe die unterschiedliche Beschaffenheit der vielen Wege in Augenschein genommen, die Steine erkannt, die darauf liegen und hinter jeden Abzweigung ein kleines Geheimnis entdeckt.
Hinter einem ganz kleinen, holprigen Weg, ich musste aufpassen, dass ich auf dem feuchten Steinen nicht ausrutsche, prangte ein blühender Rhododendronbusch. Die pinken Blüten strahlten mich aus einer verlorenen Ecke an, so als wollten sie sagen - PRIMA! Der anstrengende Weg hierher hat sich gelohnt. Ich würde meinen Weg bis dato ganz genauso gehen. Mit großen, geraden Strecken, mit den geheimen Verwinkelungen, mit den Stolpersteinen und den vielen Überraschungen.

So nun habe ich euch viel Interpretationsspielraum an die Hand gegeben. Seit ihr schon mal falsch abgebogen? Kommt gut durch den verregneten Dienstag und denkt daran, hinter jedem Weg liegt ein Ziel! Manchmal ein großes und manchmal ein kleines.

Herzlichst Jana

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